1. Ehepost

Schmetterlinge im Bauch - Segen im Rücken

Die Liebe hört niemals auf

Hohes Lied der Liebe

Jede Liebesgeschichte ist einzigartig: Das leise erhoffte, oft ersehnte und viel erzählte Nur du! bekommt ein Gesicht, liebenswerter und schöner als alle anderen Gesichter. Die Idee eines Für immer! nimmt Gestalt an: You are amazing – just the way you are!

Vieles im Leben ist gut, so wie es ist. Selbst wenn das eine oder andere besser sein könnte. Es geht nicht darum, sich vorschnell zufrieden zu geben, sondern darum, unserer Jagd nach Perfektion ein Ende zu setzen. Die Liebe kann das. Sie mäkelt nicht herum, schielt nicht danach, ob es irgendwo anders besser wäre. Die Liebe kann sogar schmunzeln und sagen: Ich weiß gut, dass du deine kleinen Fehler hast, aber es hätte mir nichts Besseres passieren können als du. Liebende gehen mit dieser Einstellung durch ihr gemeinsames Leben: Zweifellos hätte Gott einen besseren Menschen erschaffen können als dich – und zweifellos hat er es nicht getan!

Verbunden und trotzdem frei
Mit eurer Verbindung habt ihr euer eigenes Leben nicht aufgegeben, ihr bleibt zwei Individuen. Liebende Hingabe bedeutet niemals Selbstaufgabe, sondern gegenseitiges Anvertrauen: Wir werden einander helfen, unsere Talente zu entfalten.

Entschlossen und trotzdem gelassen
Liebespaare gehen ernsthaft miteinander um und achten auf die Verletzlichkeiten, Nöte und Überforderung des oder der anderen. Sie bleiben dabei gelassen. Krisen können sich als Wendepunkte für neue, glückliche Lebensabschnitte erweisen: Die Gegenwart ist nicht die letzte Gelegenheit. Zeit und Zukunft sind auf unserer Seite.

Nicht perfekt und trotzdem großartig
Nicht alles im (Ehe-)Leben ist machbar. Was wir davon in die Hand nehmen können, wird bestenfalls gut, aber nie perfekt. Denn wir Menschen sind nicht vollkommen. Deshalb sind Macken und Unzulänglichkeiten, mit denen Paare sich manchmal auf die Nerven gehen, kein Schicksal. Ihr lebt schließlich nicht zusammen, um immer weniger glücklich miteinander zu sein! Ihr auf dürft die Chancen einer ungeahnten Zukunft setzen. Weil Gott mit uns unterwegs ist, vertrauen wir: Wir haben mehr Möglichkeiten miteinander, als wir denken.

Herzlichen Glückwunsch, ihr habt euch getraut! Vor Gott und der Welt habt ihr euch das Ja-Wort gegeben und seit nun verheiratet. Oder spielt ihr gerade mit diesem Gedanken? Dann habt nicht mehr nur Schmetterlinge im Bauch, sondern auch Segen im Rücken.

Vielleicht fühlt sich alles noch ganz frisch und neu an: die Lebensform, der Familienname, das gemeinsame Zuhause. Vielleicht gibt es das alles aber auch schon länger und das Ehe-Sakrament ist zu all dem hinzugekommen: die Entscheidung, eurem Bund fürs Leben eine einzigartige Ernsthaftigkeit zu geben – federleicht und felsenfest.

Die katholische Kirche versteht die Trauung am Altar als Sakrament, das Paare sich gegenseitig spenden. Das bedeutet: Gott bekräftigt seine Zusage – Ich bin bei euch, alle Tage eures Lebens. Ich bin auch und gerade in eurer Liebe präsent. Ihr spiegelt einander und der Welt durch eure Zuneigung etwas von meiner Liebe wider.

Euer Ja-Wort habt ihr in aller Freiheit gesprochen. Ihr wollt es heute und für immer. Das ist starker Rückenwind für ein langes, gemeinsames Leben.

Eure Trauung war ein bewusstes und öffentliches Bekenntnis zu Gott. Sie bestätigt: Ihr wollt als Paar im Geist Jesu zusammenleben und versteht eure Ehe als Bund – als Zeichen für die unbedingte, endgültige Liebe Gottes. Aber das Sakrament ist kein Wundermittel. Es baut auf dem auf, was ihr mitbringt. Genau darin entfaltet es seine Kraft. Es stärkt alles Gute und vertieft euer Vertrauen in eine gelingende Zukunft.

Die Liebe wächst über sich hinaus. Man hat Bärenkräfte, wenn man liebt und sich geliebt weiß. Man kann Bäume ausreißen – oder Bäume pflanzen, Häuser bauen und Kinder großziehen.

Erzähl mir von Liebe

erzähl mir von liebe in all ihren farben
ihrem leidenschaftsgrün und dem zartviolett
erzähl mir von jeder leuchtenden stunde
jedem tanz jedem flug jedem himmelbett

erzähl mir von liebe in all ihren farben
ihrem pechschwarzen sog und dem düsteren leid
erzähl mir von jeder aschfahlen runde
und wolkenverhangenen vorläufigkeit

erzähl mir von liebe in all ihren farben
ihrem rosigen rot und dem silbernen grau
dem elfenbeinweiß und natürlich dem tiefen
und immer verwegenen sommerblau

erzähl mir von liebe in all ihren farben
aus denen ein ganzes leben besteht
damit wir gemeinsam und mutig erkunden
wie liebe in zukunft weitergeht

Martina Kreidler-Kos

Kleine Regel fürs große Glück
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Schätze sammeln
Zum Besten, was es derzeit in deutschen Zeitungen zu lesen gibt, gehört die Rubrik „Was mein Leben reicher macht“. Da tummeln sich wochenweise die kleinen, feinen Dinge des Lebens: Ein Wiedersehen nach langer Zeit, ein unerwarteter Kuss, ein liebevoller Zettel an der Kühlschranktür. Was das Leben reicher macht, sind Momente der Nähe, der Aufmerksamkeit und der überraschenden Freude.

Schon Jesus hat in seiner berühmten Bergpredigt gesagt: Wenn ihr Schätze haben und sie behalten wollt, dann sammelt sie nicht auf der Erde, wo Ungeziefer alles zerstört oder jemand kommt und sie klaut. Sammelt eure Schätze im Himmel! Man kann auch in einer Ehe immer wieder geschenkte Momente sammeln – zärtliche Augenblicke, gelungene Tage (und Nächte), seltene Sternstunden und alltägliches Glück. Und gemeinsam vertrauen – die haben das Zeug zur Ewigkeit.

Erinnern und erzählen
Liebesgeschichten sind immer schön. Wir genießen sie im Kino und wenn wir sie mal in die Finger bekommen, können wir sie kaum aus der Hand legen. Vor allem die eigene!

Ein Geheimtipp für Liebespaare und die, die es bleiben wollen: Nicht aufhören, einander von den ersten Momenten zu erzählen, vom Zauber des Anfangs, vom Herzklopfen damals. Weißt du noch? Gemeinsam immer wieder mal das eigene Intro anschauen, an den eigenen Anfang zurück gehen. Der Beginn ist eine Kraftquelle. Aus der sollten wir schöpfen.

Es ist weiß Gott
ein langes Leben
Es ist weiß Gott
eine verrückte Zeit
Es ist weiß Gott
ein Abenteuer
miteinander
alt zu werden

Es gibt weiß Gott
eure große Liebe
Es gibt weiß Gott
euren zarten Glauben
Es gibt weiß Gott
eure starke Hoffnung
miteinander
glücklich zu sein

Es braucht weiß Gott
unendlich viel Geduld
Es braucht weiß Gott
unglaublich viel Geschick
Es braucht weiß Gott
unerschöpflich viel Kraft
miteinander
zu bestehen

Doch weil Gott
das alles weiß
wird er
seinen Segen legen
kraftvoll und sanft
und jeden Tag neu
auf euch
und euren Bund

Martina Kreidler-Kos